Abenteuer beginnt, wo Pläne enden

Tag 9: Ankunft Sansibar – 1001 Nacht

Tag 9 2016 02 19 16 56 42 001 1024x683 Tag 9: Ankunft Sansibar – 1001 NachtDie Chamäleon Crew steht am Flughafen schon bereit, um uns herzlich in Empfang zu nehmen. Da unser Guide einen recht komplizierten Vornamen hat und mit zweiten Namen Ally heißt, wird er von uns spontan „Ally – arabisch 2“ getauft.

Der Safari Jeep wird hier auf der Insel gegen einen klimatisierten Kleinbus getauscht. Eine Wohltat, bei der tropisch, schwülen Hitze, die uns entgegenschlägt. Hatten wir auf dem Festland 30 – 35 Grad, sind es hier über 40 Grad, gefühlt sogar um die 50 Grad.

Eine kurze Fahrt führt uns durch die Vororte von Stonetown, eine völlig andere Welt wie auf dem Festland – alles wirkt durch den muslimischen und persischen Einfluss wie aus 1001 Nacht. Die Armut scheint hier nicht so groß zu sein, das Chaos auf den Straßen schon. Anstatt Hütten würde ich die Behausungen schon eher als kleine Häuser bezeichnen. Akazienbäume – Fehlanzeige – Palmen und Bananenstauden prägen das Bild. Frauen laufen tief verschleiert, Männer tragen lange Gewänder und Kappies. Wir begegnen hunderten von Kindern in verschieden bunten Schuluniformen. Nichts erinnert an den „African Wildlife“ – wirkt aber trotzdem wunderschön. Ziehmlich schnell kommen wir an unserem Hotel für diese Nacht, dem „Dhow Palace“ an und sind mitten im Märchen aus dem Orient. Nach dem obligatorischen Begrüßungsdrink werden die Zimmerschlüssel verteilt, während wir am inneren des Hotels an einem Brunnen stehend den Pool vor der Nase haben (gleich – oder später rein?). Alles ist mit herlichen Mosaiken in bunten Farben verziert – es gibt nur einen Ausdruck dafür – WOW!!!

Die Zimmerwegweiser sind absolt verwirrend, absolut durcheinander – und so irren wir ziemlich auf den Etagen umher um unser Zimmer 305 zu finden. Selbst der Kellner, der uns auf der Treppe entgegenkommt, kennt es nicht.

Die Kofferträger taten mir auch schon leid. Ich versuchte ihre angestrengten Gesichter mit unseren Taschen auf dem Rücken mit meinem Spruch „sorry, it’s a little elephant inside“ zu entknittern – aber es gelang erst mit einem Trinkgeld – pah, lächerliche 2 x 23kg! Dafür konnten wir ihnen zu unserem Zimmer folgen. Als wir ganz oben die wunderbare Dachterrasse überquert haben, stehen wir vor unserem Zimmer. Wiedermal zogen wir die Augenbraunen hoch – schauten uns an und sagten beide gleichzeitig – wow!!

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Vom ersten Moment an waren wir verzaubert von unserem kleinen Palast – eine Freiluftdusche mit herrlichen Mosaiken über den Dächern von Stonetown war der Oberknüller. Eine Klimaanlage – absoluter Luxus.

Da wir ein wenig Freizeit hatten, duschten wir sofort. Das erste mal in meinem Leben, dass ich unter der Dusche schwitze – so extrem ist die Luftfeuchtigkeit. Wir genießen ein wenig den grandiosen Ausblick von der Dachterrasse ,auf die Dächer von Stowntown und unzählige Kokos Palmen, den Indischen Ozean in allen blauen und türkisen Tönen – man kann von hier oben die Kreuzfahrtschiffe im Hafen genauso wie die kleinen Fischerboote sehen.

Laut Programm erwartet uns nun ein Abendessen auf der Dachterrasse eines Hotels. Wir hatten eigentlich erwartet, dass es in unserem Hotel ist, und waren umso überraschter, als Ally II uns durch die engen Gassen von Stonetown führt… mich erinnern diese engen Gassen sehr an Venedig… Irgendwie war es ein unheimliches Gefühl, so im halbdunkeln, mit fremden Gerüchen und Eindrücken und Menschen, die uns von Kopf bis Fuß betrachten –  erschreckt von einigen aus unserer Gruppe – die wieder mal meinten sich nicht an die Verhaltensregeln halten zu müssen und sehr leichtbekleidet durch die abendliche Stadt zu laufen. Ally II führt uns zum „Emerson Hurumzi“ Hotel, wo wir die steile Treppe zur Dachterasse hochklettern – was wir dann sehen, verschlägt uns die Sprache. Das „Rooftop tea restaurant“ ist ein Traum – unter Stoffbaldachinen lümmeln wir uns ohne Schuhe auf dicken bunten Kissen – überall Kerzen – über die Knie werden kleine Bänkchen geschoben, von denen wir dann essen werden. Ich bestelle einen interessanten Minz Cocktail und Stefan einen Wein. Wir bekommen über einer Schale die Hände gewaschen, es weht ein angenehmer lauer Wind und eine Band spielt „Tarab“ Musik – total irreal – heute früh noch auf dem Festland bei den Massai zu Besuch – und nun in einem Märchentraum von 1001 Nacht. Wir bekommen von Ally II und dem Personal viele Erklärungen zum Essen und zur Musik. Wir genießen anschließend scharf gewürzte Calamari mit Baobab und Limetten Soße – arabisches Fladenbrot mit Dips, Stefan isst Bandari Fisch und ich Butternuss Kürbis mit persischem Safran Reis und Salat. Zum Dessert gibt es eine Joghurt Creme mit Mandeln und Zimt. Wir erleben eine wahre Geschmacksexplosion im Mund – klar, denn Sansibar hat den Beinamen „Gewürzinsel“. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und so gehen die Meinungen auseinander und das Essen trifft nicht jedermanns Geschmack… wir fanden es spitzenmäßig. Die Atmosphäre ist traumhaft schön – zu Hause ist weit, weit weg. Ally II fragt nach der Safari blue, die wir, wie geplant, gleich buchen. Wir erzählen ihm, das wir gerne einen Ausflug zur Insel Chumbe machen würden. Dieser Wunsch entsprang aus einem Zeitungsbericht – wo mich ein Bild, von einer Schaukel unter Palmen mit Blick auf den Indischen Ozean – all das auf einer „einsamen Insel“, faszinierte. Im Reisebüro konnte uns damals keiner Auskunft über die Insel, die Lage und die Reisemöglichkeiten geben. Zufällig, beim durchackern des Tansania Reiseführers entdeckte ich Chumbe als kleine Insel vor Sansibar und lese, dass Tagesausflüge generell möglich sind – allerdings dürfen täglich maximal 14 Personen auf die Insel, und man kann den Ausflug erst 2 Tage vorher erfragen. 100 $ soll der Ausflug pro Person laut Internet kosten. Er sagt sofort, dass er das organisieren kann und telefoniert umgehend. Wir sind fassungslos – die Ernüchterung folgt leider sofort – da angeblich von unserem morgigen Resort der Anfahrtsweg so weit ist, würde der Preis bei 350 $ liegen – kurzes überlegen – dann lehnen wir ab – das erscheint uns doch zu hoch. Manche Dinge müssen eben Träume bleiben. Später stellen wir fest, dass dieser Ausflug auch im Hotel für zusammen 200$ angeboten wird  – da haben wir leider keine Freizeit mehr übrig – schade, dass uns da wohl jemand abzocken wollte.

Stefan kommt näher mit Ally II ins Gespräch, möchte mehr über die vergangenen Wahlen und die damit verbundenen Unruhen auf Sansibar erfahren – er wird schroff von Ally II abgeblockt, der deutlich erkennen lässt wo seine Wurzeln sind – wohl mehr im persischen, als im afrikanischen…

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Beim Verlassen dieser traumhaften Location bekommen wir erneut die Hände gewaschen, diesmal mit Rosenwasser – diesen Duft werde ich niemals vergessen. Beim Gang zurück ins Hotel wird mir ziemlich mulmig und ich denke nur „hier möchte ich nicht alleine rum laufen“ – davor wird sogar im Reiseführer dringend abgeraten.

Wir setzen uns noch mit der „ehemaligen Jeep Besatzung“ auf die Dachterrasse und genießen diese wundervolle Nacht. Die Hitze ist auch in der Nacht nicht ohne Klimaanlage auszuhalten – so wiegt ihr Summen uns in unseren ersehnten Erschöpfungsschlaf.

 

Internet:

Tanzania.de

Dhowpalace

Tripadvisor.de -> emerson on hurumzu

Chumbeisland.com

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