Abenteuer beginnt, wo Pläne enden

Tag 7: Serengeti – Ngorongoro Area – Ngorongoro Wildcamp

In der vergangenen Nacht habe ich erneut kein Auge zugetan und bin wieder zu Stefan ins Bett geklettert. Ganz deutlich war neben den Hyänen und den Geräuschen der Vorletzten Nacht,  Aufregung im Camp zu spüren – Unruhe – die Mitarbeiter sind Nachts aufgeregt umhergezogen – zwischen den Zelten und auf dem Vorplatz. Irgendwie hat die Luft gebrannt. Ständig hörte man Tierlaute, lautes schnaufen usw. ich weigerte mich, darüber nachzudenken, was es wohl sein. Die Aufklärung folgte dann beim Frühstück um 7:30 Uhr. Hyänen und Löwen sind auf ihrer Nahrungssuche nachts durchs Camp gezogen und zwischen den Zelten umhergestreift, während in der Morgendämmerung eine Herde Elefanten dem Camp sehr nahe kam – willkommen in „african wildlife“ – über ein paar Dinge sollte man einfach nicht nachdenken. Haha… Wir genießen frische Melone, Ananas, Toast mit Marmelade, Spiegelei, Bohnen sowie Pancakes. Nach dem Packen unserer Sachen und einer herzlichen Verabschiedung der Angestellten, treten wir unsere Rückfahrt durch die Serengeti Richtung Ngorogoro Krater an. Diese 2 Tage im Camp waren sehr aufregend, wunderschön und hatten viel von „Afrika pur“ und Wildnis. Die sanitären Anlagen waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber es war halt ein Zeltcamp. Ich weiß, dass ich mich hier „von festen Wänden umgeben“, doch etwas wohler fühle, – aber trotzdem war es eine absolute Bereicherung es erlebt haben zu dürfen und ich möchte es nicht missen. Ab nächster Woche werden die Chamäleongruppen in neue, größere Zelte umziehen, die sich diese Tage gerade noch im Aufbau befunden haben. Unsere nächste Lodge ist etwa 120km entfernt und laut Programm wird die Fahrzeit 5-6 Stunden durch die afrikanische Schönheit betragen. Wieder ziehen großen Elefanten- und Zebraherden an uns vorbei. Robson erklärt uns, dass die Zebras sich öfters entgegengesetzt hinstellen – wie eine Art Security – damit sie jede Richtung im Blick haben und sofort reagieren können, falls Gefahr droht – schlaue, süße Tierchen.

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Giraffen sind heute zu Hauf unterwegs – generell sehen wir heute wahnsinnig viele Tiere – wie schön. Immer wieder sind Geier zu sehen und sogar einen Schakal sichten wir. Die Landschaft ändert sich hinter fast jeder Wegbiegung. Viele große und kleine Felsformationen tauchen auf – Kopjes genannt – es erinnert sehr an die Szenen von „König der Löwen“. Viel zu weit weg liegt dann tatsächlich einer auf den Felsen und döst. Wir sind traurig, als wir die Serengeti verlassen. Wir könnten stundenlang einfach nur die Weite genießen (kann man Landschaft auch aufs Dach schnallen??)

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Die Landschaft ändert sich sofort, als wir in die Ngorogor Area kommen. Die Savanne wirkt flacher, weil das Gras nicht mehr so hoch ist – alles wirkt karger – da lange nicht so viel Akazienbäume wachsen – dann tauchen wieder viele ausgetrocknete Flussläufe auf, an den großen Palmen wachsen. Wir sehen riesige Zebraherden mit vielen Jungen, welche zum Teil noch sehr wackelig auf den Beinen sind. Viele Gazellen und Antilopen grasen seelenruhig vor unseren Augen. Robson erklärt, dass man z. B. am Gehörn der Leier Antilope sehr gut erkennen kann, wie alt sie ist – wie an einem Baum mit Jahresringen. In den Bäumen wimmelt es von Vögeln und Papageien. Die üblichen Verdächtigen, wie Giraffen und Gnus mit Kälbern ziehen ihre Wege direkt an uns vorbei – es ist unglaublich überwältigend. Oft strecke ich den Kopf aus dem offenen Jeep und habe die Nase im Fahrtwind. Am liebsten würde ich vorne stehen und die Arme wie bei Titanic ausbreiten.

Es ist sehr heiß und staubig – aber wieder mal werden wir entschädigt – wie wenn es Robson genau wüsste, wo er hin muss – steuert er ein paar Büsche an – und da liegen sie – seelenruhig in der Mittagssonne, alle viere von sich gestreckt. Ein riesiges Löwenrudel verteilt auf einige Büsche. Welch wunderbarer Anblick – traumhaft – wir stauen – verfallen wieder in den Flüsterton um ja diese Schönheiten, die in Armlänge vor uns liegen, nicht zu stören.

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Robson meint später etwas Gutes für uns zu tan, als er querfeldein in eine riesige Gnu Herde fährt und sie anfängt zu jagen – ob er uns Jagdszenen, irre Fotos oder eine Gnu Geburt zeigen will, wissen wir nicht. Wir finden es nach einer Zeit grenzwertig und befremdlich, was wir auch zum Ausdruck bringen. Überall in der Steppe sind hier große weiße Skeletteile und Knochen zu sehen und der tägliche Überlebenskampf und der „circle of live“ wird einem sehr wohl bewusst.

Die Auffahrt auf den Kraterrand führt wieder durch Massai Gebiet – viele Dörfer, Herden, träge Esel und stolze Krieger ziehen an uns vorbei. Der Slogan von Chamäleon „Wunderwelten Reise“ kommt mir in den Sinn und ich denke „oh-ja“. Die Straßen, falls man sie noch so nennen kann, sind selbst für afrikanische Verhältnisse grauenvoll und so erntet Robson auch, als wir am späten Nachmittag heile das Ngorogoro Wildcamp erreichen, von uns allem tosenden Applaus. Auch dieses Camp hat von der ersten Sekunde an unser Herz. Wir werden freundlich mit Tüchern und Hibiskuspunsch begrüßt, Massai bringen unser Gepäck zu den Zelten und haben sich auf Grund des Gewichtes ihr Trinkgeld mehr als verdient. Wir staunen nicht schlecht – das Camp hat insgesamt 20 Zelte, welche mobil auf Holzplattformen stehen. Eine große möblierte Veranda ist davor und bietet einen  wunderschönen Ausblick auf den Eyasi See in der Ferne.

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Im Inneren steht ein großes Bett, wie üblich mit Moskitonetz, ein Schreibtisch, Spiegel und ein kleiner Schrank. Der Badbereich ist komplett gemauert und schön gefliest – welch Wohltat für die Augen, Körper und Seele. Kurze Zeit später kommt eine freundliche Dame und möchte uns etwas zu trinken bringen. Können Afrikaner Gedanken lesen? Wir genießen ein kühles Kilimanjaro Bier auf der Veranda – lassen den Blick und die Gedanken schweifen. Das Angebot einer Massage, müssen wir leider ausschlagen – wir wüssten nicht wann. Wir sind völlig ko, duschen und reinigen die Fotoausrüstung gründlich, damit Morgen im Krater alles bereit ist. Mit zwei Mitreisenden, welche uns noch kurz besucht haben, geht es dann zum Abendbrot. Auch im Essensraum ist es, wie im gesamten Camp, sehr laut und unruhig, da ein paar skandinavische Familien mit kleinen Kindern zu Gast sind. Ich frage mich, wie kleine Kinder eine solche Reise wegstecken – ob sie genauso genießen können und ob sie ihren Wert zu schätzen wissen. Ich denke, ich würde eine solche Reise erst mit Kids im Teenager Alter machen. Am Buffet wählen wir Tomatensuppe, Salat, Schwein- und Rindfleisch, Erbsen in Kokosmilch, Spinat und Brotfladen aus. Zum Nachtisch gibt es Obst, Kuchen und zur Begeisterung unserer bayrischen Mitreisenden eine bayrische Creme. Alles wieder sehr, sehr lecker. Nach der Gute Nacht Geschichte machen wir alle früh Feierabend, da wir fast im sitzen einschlafen. Ein Massai bringt uns zum Zelt. Hyänengebrüll und starker Wind wiegt uns in den Schlaf.

 

Internet:

Wildcamps.com

Serengeti.org > Kopjes Detail

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