Abenteuer beginnt, wo Pläne enden

Tag 14: Ein Traum geht zu ende

Was passiert eigentlich, wenn man Morgende ignoriert? Abholzeiten weit von sich schiebt – einen Urlaub statt dessen immer wieder von vorne beginnt – so eine Art Endlosschleife?

Ach Menno – leider klappt das nicht – und so ist er da, der letzte Morgen auf Sansibar.

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Wir stehen früh auf, um jede letzte Sekunde auszukosten. Die Taschen sind gepackt – Gott sei dank kommen wir noch mit dem Gewicht hin – etwas mehr wiegende Kosmetik Produkte lassen wir einfach da – die Zimmermädchen freuen sich sicher drüber.

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Nach einem sehr gesprächsarmen Frühstück gehen wir ein letztes Mal ein bisschen am Strand spazieren. Wie immer sehen wir die einheimischen Frauen, die ihrer Arbeit auf den Seetangfarmen nachgehen. Hier an der geschützten Küste Sansibars haben viele Familien ein Feld im Gezeitenbereich, auf dem Algen kultiviert werden. Es ist eine wichtige Einnahmequelle um das Überleben der Familien zu sichern. Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen etwa 2 Monate – gearbeitet wird ausschließlich bei Ebbe.  Die Pflanzen werden an Stäben Unterwasser angepflanzt und wenn sie reif sind, abgerupft und in großen Körben an Land transportiert. Anschließend werden sie getrocknet und gebündelt. In der Regel können pro Monat nur 100kg Algen geerntet werden – das Kilo bringt einen Ertrag von 450 TSH (etwa 0,20€). Zu den Hauptabnehmern gerhört die japanische und amerikaniche Kosmetikindustrie. Bei unserem Strandspaziergang in der Hitze machen wir uns so unsere Gedanken über die Reise, ziehen ein Resüme (davon mehr an anderer Stelle)… ein letztes Mal kreuzt eine Krabbe unseren Weg.

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Ein Sprung zur Abkühlung und zum Vertreiben der trüben Gedanken, in den Pool – nützt für beides nicht wirklich was…

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Wir packen die letzten 7 Sachen in die Rucksäcke und dann heißt es definitiv um 12:00 los Richtung Flughafen…

Welch Herzschmerz… welch wunderbare Zeit liegt hinter uns – welch tolle Menschen haben wir kennen gelernt.

Auf der Fahrt Richtung Stone Town sind wir total müde, immer wieder fallen uns die Augen zu – wir versuchen die letzten Eindrücke einzusaugen – einzubrennen in unser Langzeitgedächtnis – in unser Herzen. Ein netter Betreuer von Chamäleon versucht uns aufzumuntern – zeigt uns stolz Bilder von Collobus Affen und Chamäleons auf der Straße, die er mit anderen Gästen aufgenommen hat. Am Flughafen angekommen, versichert er uns, dass er noch eine Weile auf dem Parkplatz warten wird, um sicher zu gehen, dass alles glattgeht (hui – was er wohl schon alles hier erlebt hat?). Es herrscht eine unerträgliche Hitze, gepaart mit Aufregung, eine explosive Mischung – uns rinnt wirklich aus jeder Pore der Schweiß. Wie in Afrika üblich, passieren wir die erste Sicherheitskontrolle bereits am Eingang zum Flughafen. Dahinter ist das Gewusel kaum auszuhalten – wir stellen uns an eine sehr, sehr lange Schlange des Ethiopien Airline Schalters – mein Kreislauf spielt verrückt und die Toilette ruft.. Eine Flughafen Angestellte wedelt neben der Reihe mit einem Bündel Flugtickets und Bordkarten rum und ruft Namen auf… auch unsere. Was ist das denn – unglaublich – sie drückt uns den Bündel Karten für unsere Gruppe in die Hand und zieht weiter…

Am Schalter herrscht Hektik (wie war das noch: there is no hurry in africa?). Mindestens 10 Männer hacken auf den selben PC ein – einer nimmt das Gepäck entgegen und stapelt es hinter dem Schalter zu einem großen Berg. Als wir mit unserem Gepäck an der Reihe sind, macht er uns unmissverständlich klar, dass ein kleines Trinkgeld an dieser Stelle für ihn sinnvoll wäre. In der Hoffnung, dass er unser Gepäck dann auch befördert, erhält er auch etwas…. allemal noch besser, als dass, das Gepäck hier vielleicht in einer Ecke stehen bleibt. Hoffentlich sehen wir unsere Taschen in Frankfurt wieder… Man man, welche Aufregung, mir ist richtig übel. Danach der erneute Sicherheitscheck und eine kurze Wartezeit und dann sitzen wir im Flieger Richtung Adis Abeba, über den Kilimanjaro Airport wo vor einigen Tagen alles begann. Allerdings können wir dort sitzen bleiben, während weitere Fluggäste an Bord kommen. Wie war das mit der Urlaubs – Endlos – Schleife – einfach hier noch mal aussteigen? Der Flieger wird nun voll und nach 40 Minuten geht’s weiter Richtung Etiopien. Dicke Wolken umhüllen den Kilimanjaro, und so bleibt uns ein letzter Blick auf den Berg verwehrt… Das Abendessen, bestehend aus Hähnchen, Reis, Brötchen mit Käse und einen mini Muffin nehmen wir während eines etwas holprigen Fluges ein. Zum Schlafen komme ich nicht, denn ich bin dabei viele Gedanken zu ordnen, Eindrücke zu sortieren… lachende, fröhliche Gesichter der Menschen hier in Afrika – trotz bitterlicher Armut ziehen gedanklich an mir vorbei. Die Tiere, die Flora war absolut faszinierend, die Landschaft mit ihrer Weite schenkte mir Ruhe und Gelassenheit. Zum Abschluss bekommen wir einen wunderschönen Sonnenuntergang präsentiert.

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In Adis Abeba kommen wir völlig müde an – und haben noch 4 Stunden Aufenthalt, bevor es kurz vor Mitternacht Ortszeit weiter Richtung Frankfurt geht. Wie beim Hinflug auch, ist es hier völlig chaotisch – die Menschen sind von einem völlig anderen Schlag – irgendwie geht uns alles auf den Keks. Wir machen nicht mehr denselben Fehler, wie auf dem Hinflug, sondern bleiben vor der Sicherheitskontrolle in einer Bar um etwas zu trinken und das freie WLAN zu nutzen… Irgendwann ist auch diese Zeit vorbei und wir gehen ohne Schuhe durch unsere letzte, diesesmal sehr ruppige Sicherheitskontrolle – so langsam kommt der Gedanke, dass man nur nach Hause möchte – auch wenn man überlegt, was einem dort vielleicht erwartet…

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Gefühlt sind 1000 Menschen im Flieger – es ist eng – brechend voll. Stefan hat einen sehr unruhigen Sitznachbarn – vor uns sitzt eine Familie mit 2 kleinen Kindern. Erneut bekommen wir Abendessen (die scheinen den selben Caterer zu haben, denn es ist das selbe Menü wie vorhin). Ich wünsche mir wieder, diesen Flug bei Tageslicht erleben zu dürfen. So sehe ich z. B. nur das Lichtermeer von Ankara. Ich finde keine Ruhe, obwohl die meisten im Flieger schlafen – der Vollmond, der über den Wolken zu sehen ist, tut sein übriges…

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