Abenteuer beginnt, wo Pläne enden

Tag 10 – Teil 3: Gewürzfarm – Michamwi Sunset Bay

Tag 10 2016 02 20 16 37 27 001 683x1024 Tag 10   Teil 3: Gewürzfarm   Michamwi Sunset BayWir sind dann mal da – wo der Pfeffer wächst.

Wir werden wie immer herzlich begrüßt und bekommen gleich zu Anfang eine kleine Sammeltüte aus einem Bananenblatt gerollt – wo wir nachfolgend alle „Gewürzschätze“, Blätter oder Blüten sammeln können – wie süß.

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Am Eingang zur Plantage steht dann schon der sogenannte Lippenstiftbaum – er besitzt rote – kastanienähnliche Fruchtkörper. Wenn man darin liegende rote Kügelchen zerdrückt, sondern sie eine rote Farbe ab, die die Frauen hier tatsächlich zum schminken nehmen – ab in die Tüte damit. Während uns der Guide, nebst Ally II erklärt, dass hier in der Plantage Mischkultur angewendet wird, zupft er schon das erste Gras aus dem Boden und reicht es zum schnüffeln herum – Zitronengrass.

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Wir laufen quer durch das Gelände, bekommen immer wieder zerriebene Blätter oder Baum / Buschteile unter die Nase gehalten, um zu erraten, um was es sich handelt. Der Duft, welcher in der Luft liegt, ist unbeschreiblich. Wir kommen an Avocado und Limettenbäumen vorbei, entdecken Kurkuma (Gelbwurz) und Karambolen (Sternfrucht), die ganz anders als bei uns schmecken und zum Teil sehr größenunterschiedlich sind. Dann kommen wir zum beeindruckenden Nelkenbaum. Sansibar ist aktuell der bedeutendste Nelkenexporteur der Welt. Dieses Myrtengewächs liefert neben dem eigentlichen Gewürz noch Öl für Seifen und Parfüms, ebenso werden die Essenzen für Medikamente verwendet. Nelken müssen am Busch 3 Monate reifen – anschließend 2 Wochen trocknen – dann liegt über der ganzen Insel ein herber, süßer Duft, bekommen wir erzählt. Erstaunlich finden wir, dass heute immer noch eine Strafe bis zu 15 Jahren für Nelkenschmuggel verhängt wird. Immer wieder sehen wir große, Igelartige Früchte an den Bäumen hängen und werden aufgeklärt, dass es sich um Jack – Früchte, einer Verwandten der Stinkfrucht handelt (später bei der Verkostung stelle ich fest, dass dieser Geschmack, der nicht definierbaren Frucht nicht meiner ist). Wir sehen weiter wunderschöne und herrlich duftende Ylang Ylang Blüten, Kreuzkümmel und ziehen die Knollen der Ingwerwurzel aus dem Boden. Die Ananaspflanzen tragen, wie etliche andere auch, zurzeit keine Früchte – da momentan keine Saison ist. Wir bekommen die bis zu 5 Meter hohen Maniok Sträucher gezeigt, aus deren Wurzelknollen Mehl hergestellt wird – die aber im Rohzustand absolut giftig sind. Auf der Plantage schwirren die ganze Zeit bunte, große, wunderschöne Schmetterlinge um uns herum – leider lässt sich keiner zum Fotografieren nieder. Ally II treibt unterdessen mal wieder zur Eile an – wenn wir so langsam gehen würden und immer wieder stehen blieben – bekämen wir nur einen Teil der Plantage zu sehen – irgendwie wird unser Interesse an den Pflanzen falsch ausgelegt – und ein Durchhetzen über die Plantage würde ihren Sinn wohl verfehlen. – oder?

An den Pfefferbüschen (die hier Pili – Pili Manga heißen) staunen wir nicht schlecht, als wir Unwissenden erklärt bekommen, das schwarzer, roter, weißer und grüner Pfeffer von derselben Pflanze kommen und als lange Rispen herunterhängen – erst durch die Verarbeitung und den unterschiedlichen Reifegrad entstehen die unterschiedlichen Farben und Schärfen.

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Unsere Sammeltütchen sind schon fast voll, als wir zum Zimt kommen. Für das bei uns typische Weihnachtsgewürz wird die Rinde der Pflanze geschält und rollt sich dann beim Trocknen von alleine ein. Die Rinde wächst am Baum immer wieder nach, während die Wuzerl bei uns auch als Medizin, z. B. in „Wick Vaporub“ verwendet wird. Wie bei vielen andere Pflanzen auch,  erzählt uns Ally II hier, wozu die Pflanze traditionell hier verwendet wird. Stets ist eigentlich fas alles im naturmedizinischen Bereich zu finden. Die ausgekochte Zimtknolle soll z. B. inhaliert bei Erkältung, Grippe und Husten Wunder helfen. Ebenso aufgekochte Samen und Fruchtstände von Kardamom – diesen wird eine krampflösende und schlaffördernde Wirkung nachgesagt – von daher verabreichen Einheimische diese gerne ihren „Schreibabys“. Es wäre wirklich interessant alle diese „Geheim – Mittelchen“ in einem kleinen Buch niederzuschreiben und neben den Gewürzen zu verkaufen.

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Zum krönenden Abschluss des grandiosen Schnuppererlebnisses entdecken wir Vanilleschoten – hierbei handelt es sich um die Fruchtschoten einer Orchideenart. Diese wurde einst von Spanien eingeführt. Die Pflanze wird ganz säuberlich an Rankhilfen gezogen. Da Vanille nur von bestimmten Bienenarten bestäubt wird – und diese auf der Insel nicht vorkommen – wird die Vanille hier auf Sansibar mit der Hand bestäubt. Anschließend reift sie 1 Jahr auf dem Ast und muss weitere 8 Monate an der Pflanze trocknen, bis sie weiterverarbeitet werden kann – wow – ich werde mich nie wieder über die relativ hohen Preise der Vanilleschote wundern.

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Am Ende der Führung bekommen wir als Überraschung Kronen, Ketten, Taschen, Ringe und Krawatten aus geflochtenen Palmenblättern – a la Dschungelkönigin – geschenkt – total schön!! Eine kleine Fruchtverköstigung steht ebenfalls an.

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Natürlich ist ebenso am Ende der Plantage ein Verkaufsstand, mit unzähligen Gewürzen, Tees, Kaffees und Kosmetika aufgebaut… wir unterstützen natürlich gerne – denn es hat uns ausgesprochen gut hier gefallen. Es muss anschließend schon ein lustiges Bild gewesen sein, als unser Kleinbus so mit den gekrönten und geschmückten Häuptern in Richtung Ostküste davonfuhr.

 

Nach ca. 1 ½ stündiger Fahrt kommen wir schließlich, bereits im dunkeln, im Hotel Michamwi Sunset Bay an und sind mal wieder vom ersten Moment an begeistert. Hinter einem großen, bewachten Eingangstor befindet sich unser Paradies für die nächsten 3 ½ Tage. Die Zimmer sind traumhaft mit Kingsize Betten eingerichtet – eine riesige Dusche lockt uns sofort herein zu springen – alles absolut traumhaft. Die Klimaanlage heißen wir genauso willkommen, wie die kleine Veranda vor dem Zimmer, von der aus es nur wenige Schritte zum Pool und zum Meer sind. Die Anlage verfügt über ca. 20 Zimmer – also Gott sei Dank kein Massen Tourismus. Wir bekommen mitgeteilt, dass ziemlich umgehend ein Swaheli – Grill – Buffet am Strand aufgebaut wird – Wahnsinn. So sitzen wir an diesem noch sehr warmen Februar Abend im weißen Sand des Indischen Ozean (da gerade Ebbe ist, ist dieses möglich) und genießen die herrlichen afrikanischen Köstlichkeiten bei Kerzenlicht und Lagerfeuer auf Sansibar – kneif mich mal bitte einer!?!

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Natürlich darf der anschließende Besuch der Strandbar, bei Cocktails und Whiskys nicht fehlen – welch ein Tag. Als die Flut so ganz allmählich höher kommt, laufen wir barfuß, wie übermütige Kinder, ins absolut warme Wasser und stehen das erste Mal kreischend im Indischen Ozean.

 

Internet:

michamvi.com

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