Abenteuer beginnt, wo Pläne enden

Tag 10 – Teil 2: Mangapwani

Das Dorf Mangapwani und deren Bewohner warten mit einem einheimischen Mittagessen auf uns. Wir würden es querfeldein nennen, – aber hier ist es wohl die Dorfstraße, die uns durch hohe Bananen und Kokospalmen direkt zu einer Hütte bringt, wo sofort die Zäune und Dächer auffallen, die aus Palmwedel kunstvoll geflochten sind (später erfahren wir, dass sie etwa alle 5 – 10 Jahre erneuert werden müssen). Ally II und ein anderer Guide führen uns herein, in diese für uns so fremde Welt. Mehrere Hütten sind um einen zentral überdachten Platz aufgebaut. Wir bekommen kurz (ja wir sind bei dem engen Zeitplan mal wieder spät dran) erklärt, wie hier die typische Frauenarbeit aussieht – wir sehen, wie eine Frau Getreide in einem überdimensionalen Mörser bearbeitet und dürfen es dann auch versuchen… (sehr mühselig).  Wir erleben, wie eine Frau mühevoll aus Kokosfasern Stricke dreht – eine andere wiederum backt Brotfladen über offenem Feuer. Ein kleines Baby, im Tuch auf Mama’s Rücken gebunden – beäugt uns kritisch und muss weinen.

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Zugleich werden wir zu Tisch gebeten, was aber so wiederum auch nicht stimmt – denn es gibt keinen Tisch. Wir müssen unsere Schuhe ausziehen und lassen uns auf den Knien oder im Schneidersitz auf Decken nieder. Wie gestern Abend auch, bekommen wir über einer Schale unsere Hände gewaschen. In der Mitte unseres Sitzkreises sind etliche Schüsseln mit wohlduftenden Speisen aufgebaut und sorgsam abgedeckt. Eine ältere Dame ist bemüht, mit einem Palmenwedel die Fliegen zu verjagen. Ich befehle meinem Hirn, nicht darüber nachzudenken, sehe mir die stolzen Gesichter der Frauen an, die uns dieses Erlebnis hier ermöglichen… Wir verstehen nichts von dem was sie sagen, aber sie scheinen sichtlich amüsiert von uns weißen zu sein und wie wir uns anstellen. Die nächste Herausforderung besteht darin, ohne Besteck zu essen, lediglich mit der rechten Hand, das Essen aufzunehmen, eine Mulde zu bilden und mit dem Daumen die Speise in den Mund zu schieben – joah – alles andere als einfach – eine riesen Sauerei und großes Gelächter, aber 11 von uns 12 probieren es – einer bevorzugt dann doch Besteck und einen „Sitzplatz“. Ally II führt es uns mehrfach vor – aber bei uns will es einfach nicht klappen. Man ist froh um jede feste Speise wie Reis, Fischstücke, Fladenbrot, Kartoffeln und Kochbananen – bei Bohnen in Kokosmilch und Spinat wird es schon etwas schwieriger. Alle Mütter denken das selbe „gut, dass uns unsere Kinder nicht sehen können…“ Zum trinken bekommen wir Ingwer-Zitronengrastee. Alles ist sehr besonders, sehr anders, aber sehr lecker – täglich bräuchte ich es allerdings nicht.

Nach der nächsten „Handwaschung“ steht nun Männerbelustigung an, denn wir Frauen sollen uns aus bereitliegenden Tüchern je zwei aussuchen, die einheimischen Frauen hüllen uns traditionell in diese Gewänder ein. Puh – ziemlich heiß darin, bei über 35 Grad. Schallendes Gelächter bricht aus, als wir dann im Kreis tanzend noch anfangen zu singen.

Hier das >>>Video<<< des Tanzes dazu, in unserem Passwort geschützten Bereich.
Leider sind hier einige Mitreisende teilweise drauf zu erkennen, die der Veröffentlichung ihrer Bilder unter „Klageandrohung“ widersprochen haben.

Was für ein Spaß für uns – normaler Alltag für die Frauen hier.

Zum Abschluss schenken sie uns Massageöl, nach Nelken und Zimt duftend – damit wir uns nach der anstrengenden Safari verwöhnen lassen können – gute Idee!!

Der einheimische Guide nimmt uns ein Stück ins Hinterland mit und bleibt an einer geeigneten Palme stehen. Ein flinker einheimischer „Baumkletterer“ besteigt die Palme, die Füße an einem Kokosstrick um den Stamm gebunden, ruck zuck. Es singt dabei laut „jambo bwana“ – wir stimmen ein – und es bleibt bis zum Ende unseres Urlaubes unser Ohrwurm.

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In Windeseile erntet er zig Kokosnüsse, die laut plumpsend auf den Boden fallen. Als auch er wieder unten angekommen ist, zückt er seine Machete – entkernt hurtig die Schale und die Kokosfasern – ganz easy haut er den Deckel ab und reicht jedem Paar eine Kokosnuss, welche bis zum Rand gefüllt ist, Es schmeckt sehr erfrischend und ich überlege kurz, wie alt die Nüsse bei uns im Supermarkt sein müssen – geschmacklich null Vergleich. Nachdem wir sie ausgetrunken haben, werde sie weiter geöffnet und wir erhalten das frische Fruchtfleisch – köstlich – und total irre, wie diesen Männern all dieses von der Hand geht. Für sie eben Alltag. Es war total schön einen kleinen Einblick in das Alltagsleben der Einheimischen zu bekommen. Auf’s herzlichste werden wir winkend verabschiedet. Ich werde diese fröhlichen stolzen Gesichter nie vergessen.

Der Erlebnisse noch nicht genug, steht nun der Besuch einer inseltypischen Gewürz – Farm an, eine sogenannte „Spice Tour“. Wir sind auch hierrauf alle sehr gespannt und freuen uns, als wir nach einer kurzen Fahrt schon wieder aussteigen. Karibu und jambo auf Mr., Kato’s Plantage.

 

Internet:

youtube.com -> jambo bwana

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