Abenteuer beginnt, wo Pläne enden

Sonjas Ré­su­mé – ihr Fazit zu dieser Reise

Wir sind nun schon wieder knapp 2 Wochen zu hause – aber es fällt mir immer noch schwer, all das erlebte zu beschreiben.
Zuerst einmal muss ich sagen, dass diese Reise ein wahrhaftiger  „Gefühls – Cocktail“ war, es war traumhaft, ergreifend, wachrüttelnd, interessant – es war eine andere Welt!
Und ja, es war, wie im Reiseprospekt von Chamäleon beschrieben, „die Reise unseres (bisherigen) Lebens“, mit Millionen Gänsehaut Momenten.

Oft wurden wir, seit wir wieder zu Hause sind, gefragt „und was war das schönste?“ – Das kann ich so nicht beantworten – denn es ist das Gesamtpaket, das einfach gestimmt hat. Die verschiedensten Landschaften – deren Weiten – die wunderschöne Flora in all ihren Facetten – die einzigartige Tierwelt von der Raupe, den Vögeln bis zum Koloss Nashorn – die absolut bewundernswerten Einheimischen, ihre aufgeschlossene, herzliche und glückliche Art, die damit verbundenen verschiedenen Kulturen – somit Lebens und Essgewohnheiten haben mich zutiefst in meinem Herzen berührt und mich glücklich gemacht. Und ja – diese Reise war hochpreisig und wir als Otto Normal Verbraucher wissen, dass eine Wiederholung so schnell nicht möglich ist – aber sie war jeden Cent wert.

Seit knapp 40 Jahren hatte ich diesen Traum – einmal im Leben nach Afrika zu reisen, bin mit gemischten Gefühlen gefahren, hatte große Erwartungen an diese Reise . und sie wurden alle erfüllt – mein Traum wurde Wirklichkeit. Im Einzelnen würde ich das so sehen:

Vorbereitung

Wie erwartet, haben wir uns viel zu verrückt gemacht – allerdings kann ich jedem nur empfehlen sich vorher über Land, Leute, Sitten, etc. zu informieren – dass es nicht immer wieder zu Überraschungen kommt (Internet, Reiseführer, etc.)

 

Impfungen

Wir hatten kaum Probleme mit Mücken, außer im Tarangire NP – dennoch ist eine Malaria Prophylaxe sinnvoll – und gibt einem ein gutes Gefühl. Die Tollwutimpfungen war Überflüssig denke ich, zu keinem Zeitpunkt der Reise kamen wir je mit einem Tier in Berührung. Hepatitis ist empfehlenswert und an der Gelbfieberimpfung kommt man nicht rum – der Impfpass wir bei Einreise kontrolliert! Ich habe vor der Reise viele verschiedene Meinungen zum Thema Impfen erhalten und kann nur sagen – klärt es mit einem Arzt eures Vertrauens und eurem Bauchgefühl.

 

Flug – Airlines

Die Flugzeit war gerade noch OK. Wir hatten keinerlei Probleme mit Ethiopian Airlines oder Preccesions Air. Die Flughäfen in Afrika sind keinesfalls vergleichbar mit unseren – Chaos pur würde es am besten bezeichnen – aber wir kamen immer von A nach B.

 

Abholung und Transfer

Hat jedesmal perfekt funktioniert

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Autos, Straßen und Verkehr

Wir waren absolut positiv überrascht, über den guten Zustand der Zara Jeeps (Partnerunternehmen von Chamäleon in Tansania) – hatten wir doch reinste Horror Märchen im Internet gelesen – von abhängenden Türgummis und kleinen Fenster Rinnsälen bei Regen muss man absehen.
Der Linksverkehr und das Chaos in den Städten ist gewöhnungsbedürftig – der Mut der Fahrer, z. B. in zweiter Reihe zu überholen, auch. Oft heißt es „Augen zu und durch“. Ich hatte aber bei unserem Fahrer stets das Gefühl, er kennt die Strecke und weis, was er tut. Die Straßenverhältnisse außerhalb der großen Routen sind katastrophal, große Schlaglöcher, Steine, ausgeschwemmte Erde usw. völlig normal – man wird massiv im Auto hoch und runter, hin und her geschüttelt. (definitiv Salbe gegen blaue Flecken mitnehmen) ABER – man gewöhnt sich daran (und kann es sogar vermissen)

 

Hygiene

Empfindlich sollte man nicht sein – aber überwiegend ist es auf den Toilette gerade so OK – ein paar schlimme Ausreißer waren allerdings schon dabei. Desinfektionsmittel für die Hände, feuchte Tücher (Safaristaub setzt sich in jede Pore) sind unerlässlich.

Sämtliche Unterkünfte, waren sie noch so einfach, waren absolut sauber!

 

Gruppenreisen

Sicher nicht jedermanns Geschmack – man sollte sich vorher Gedanken darüber machen, dass man nichts individuell machen kann – dass es um die Allgemeinheit und nicht um den einzelnen geht. Man muss vielleicht seine eigene Meinung oder Empfindungen zurück stecken, weil es die Mehrheit anders sieht. Man muss es mögen, sämtliche Mahlzeiten gemeinsam am Gruppentisch einzunehmen – man muss sich darauf einlassen. In unser Gruppe hat es leider nicht so optimal geklappt – sie hat sich zweigeteilt – aber unsere 6er Gruppenhälfte war fantastisch – hat sich ergänzt – man konnte miteinander lachen, tolle Gespräche führen und gemeinsam genießen – aber wir waren auch fähig uns Freiraum zu lassen – und wir konnten im richtigen Moment auch schweigen und einfach unseren Traum Afrika träumen. Ich wünsche mir von Herzen, dass wir den Kontakt behalten.

 

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Guides

Unsere Ally’s – tja übergreifend würde ich erstmal sagen, alles war bestens. Die Deutschkenntnisse haben ausgereicht, ihr Wissen über Land, Leute, Tiere Flora, etc. war grandios.

Ally 1 ist noch relativ jung und hat sich die Mißstimmung in der Gruppe sehr zu Herzen genommen, so dass wir oft das Gefühl hatten, vermitteln zu müssen, weil er uns leid tat – zumal er absolut zu Unrecht Kritik einstecken musste. Ein Kurs in Menschenführung wäre nicht schlecht, dass er lernt, ab und an mal durchzugreifen und über den Dingen zu stehen. Genaue Angaben (Abfahrt, Essenszeiten) waren nicht so sein Ding – aber man kann auch nachfragen…

Ally II auf Sansibar, war älter, erfahrener, aber auch etwas reservierter.

Was uns bei allen Guides und Fahrern der Reise aufgefallen ist, ist dass sie aufgrund der Fülle des Programms sehr unter Zeitdruck stehen, es muss seitens Chamäleon ein sehr hoher Druck bestehen – ja alles einzuhalten. Oft war einfach keine ausreichende Zeit (z.B. in den Schulprojekten) etwas näher und intensiver zu betrachten (Info Tafeln an Parkeingängen Souvenirshops, Pausen bei Wanderungen, etc.). Für uns war das manchmal unschön und die Guides taten uns unheimlich leid. Vielleicht sollte man die Startzeiten morgens etwas früher legen, oder das ein oder andere aus dem Programm nehmen.

So käme man auch zu etwas mehr Freizeit, die nämlich sehr spärlich ist – die meiste Zeit des Tages ist Programm. Man ist Abends schlag kaputt, Safari ist anstrengend für Kopf + Körper. Öfters fielen uns im sitzen oder im Auto die Augen aus Erschöpfung zu. Ausnahmslos alle unserer 6er Gruppe hätten sich gefreut, wenigstens mal einen halben Tag zu haben – um nix zu tun . einfach mal die Seele baumeln lassen. Aus diesem Grund sollte man sich vor solch einer Reise über die eigene Kondition klar sein – es ist sehr anstrengend, die Hitze ein großer Faktor, gegessen wir Abends recht spät und in überschaubaren Portionen – man sollte auf Grund der Straßensituationen keine akuten Rückenprobleme etc. haben. Die Zweite Wanderung am Kraterrand war sehr extrem, Diese wäre mit Herz oder Astma Problemen nicht zu bewältigen gewesen, es sollte da unbedingt darauf hingewiesen werden.

 

Essen

Wie überall Geschmacksache- ich fand es überall sehr lecker, das Fleisch wurde allerdings sehr durch gegart, was manchmal eine Herausforderung darstellte. Etwas mehr Landes typisches Essen hätte ich mir gewünscht – das was wir bekamen, habe ich probiert und fand es interessant. Die stark gewürzten Speisen auf Sansibar sind gewöhnungsbedürftig – wir mochten sie absolut. Den Mengen sind generell überschaubar – aber bei der Hitze kann man eh nicht viel essen. Das Frühstück ist nicht mit unserem vergleichbar – es gibt Toast, oder „süße“ Brötchen, mal Bohnen, Pancakes, gaaanz wenig Wurst oder Käse, dafür immer und überall tolles frisches Obst. Wasser steht den ganzen Tag aus den Pumpkanistern zur Verfügung. Abends gibt es Bier, Wein, alkoholfreie Getränke, etc. – was seperat bezahlt wird (relativ günstig). Zum Mittagessen gibt es Lunchboxen, über die sehr viel im Internet zu lesen ist, sie waren auch unser tägl. Begleiter und ich mochte sie, wenn sie sich auch immer sehr glichen – Hähnchen, Sandwich, Obst, Muffin, Trinkpäcken o. ä. lediglich der viele Verpackungsmüll machte uns Sorgen – hier wird ein Verbesserungsvorschlag in Form von immer wieder verwertbaren „Tupper“ Boxen – weitergeleitet.

Sicherheit / Gewissen

Zu keiner Sekunde dieser Reise habe ich mich unsicher gefühlt, wenn man sich respektvoll gegenüber den Menschen im Gastland verhält und sich über deren Art zu leben informiert hat – ist alles kein Problem – hakuna matata – eben.
Wir wurden überall freundlich aufgenommen, man war offen und neugierig – auf beiden Seiten. Überaus vorteilhaft ist es allerdings – zumindest den Grundwortschatz in Englisch zu beherrschen (Guides sind nicht überall als Schatten dabei). Die kleinsten Versuche Suaheli zu sprechen oder lernen zu wollen (die Einheimischen haben Spaß daran es zu lehren) wird überaus freudig honoriert. Die  Armut des Landes ist überall sichtbar . aber auch wie die Menschen damit umgehen – sie wirken trotz der für sie sichtbaren Defizite absolut glücklich. Sie strahlen Lebensfreude aus, von der wir uns in unserem überfüllten Leben eine Scheibe abschneiden sollten. Sie leben in und von der Natur und gehen sorgsam mit ihren Ressourcen um…
Die großen dunklen Kinderaugen können Herzen brechen, und so bin ich dankbar, dass unser Reiseveranstalter die besuchten Einrichtungen fördert und ich so auch einen kleinen Beitrag zur Zukunft dieser lieben Kinder leisten konnte.
Alle Nationalparks die wir besuchten waren großartig – jeder auf seine Art, die Eintrittspreise sind sehr hoch und die Regularien streng – geschützt werden sie nur dadurch und von dem respektvollen Umgang mit dieser wundervollen Schöpfung – unsererseits.
Ein schlechtes Gewissen oder Gewissensbisse hatte ich zu keinem Zeitpunkt – es diente eher dazu, über das eigene Leben, eigene Werte, unseren Überfluss kritisch nachzudenken – am Anfang zu Hause wirklich bei jedem Klick auf den Lichtschalter – oder beim selbstverständlichen Wasserhahn aufdrehen (die Bomas der Massai gehen mir dabei immer noch durch den Kopf)

Trinkgelder

Ein Muss, an dem man nicht vorbeikommt und was man unbedingt einkalkulieren sollte. Die Empfehlungen von Chamäleon waren gut und wurden tatsächlich auch regelrecht erwartet. Gerade die Kofferträger der Lodges, die Massai – Begleitungen aufs Zimmer, die „Extra Fahrer + Guides“ freuen sich sehr über 1 Dollar.
Angenehm war, dass in jeder Unterkunft „Tipp-Boxen“ für alle standen  – so musste man nicht jedem einzeln was in die Hand drücken. Díe Allys und Fahrer bekamen ihr Trinkgeld wie empfohlen gesammelt im Umschlag.
Man sollte darauf achten ausreichend 1 Dollar Noten mitzunehmen (diese dürfen wiederum nicht älter als 2006 sein, sonst werden sie nicht angenommen). Außer am Flughafen besteht keine Möglichkeit an Geld zu kommen, Kreditkarten werden nur in Sansibar akzeptiert.

Reisegepäck / Kleidung

Wir hatten zu viel dabei! es empfiehlt sich schnell trocknende helle Safari Kleidung, die man mal selbst schnell durchwaschen kann. Morgens und Abends ist lange Kleidung von Vorteil, wegen der Mücken, Am Tag im Auto kurze Hosen, Hemd, T-Shirt. Sonnenhut (Achtung Nacken) generell sollte man blaue Kleidung vermeiden- denn sie ziehen die Mücken an. Beim Abendessen gibt es keinen Dress-Code.
Alles wird sehr dreckig, der Safari Staub kriecht in jede Ritze, zuhause mussten wir manche Sachen mehrfach durchwaschen.

Ich empfand es als sehr ungewohnt und umständlich aus der Tasche zu leben (auspacken lohnte sich bis auf Sansibar nicht wirklich und kostete zu viel Zeit) – spätestens am dritten Tage findet man nix mehr. Die Taschen werden in den kleinen Kofferraum des Jeeps gepresst und geschoben ohne jegliche Rücksicht – von daher lohnt sich eine gute, wasserfeste (!) Tasche. Unsere Taschen hatten immer vorschreitende Löcher und Risse – waren einmal durch den Regen durchnässt. Ich denke hier zahlt sich gute Qualität wirklich aus.

Unterkunft / Lodges

Bis auf das Highview Hotel waren wir wirklich von allen begeistert. Jedes hatte eine andere Art. Ein sanfter Afrika Einstieg auf der Hatari Lodge, African nature in den Zeltcamps, märchenhaft in Stone Town und traumhaft in Michamvi

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Sansibar

War das absolute Kontrastprogramm zum Festland. Vor der Reise fragten wir uns, als „nicht – Strandlieger“, ob es wirklich nötig sei – so ein paar Tage Anschluss – Badeurlaub. JA – es ist nötig und tut so gut – denn hier kann man endlich mal die Seele baumeln lassen und nichts tun. Das Resort war ein Traum von A-Z. Stone Town sollte man gesehen haben, es ist ein Märchen aus 1001 Nacht – aber nur mit einheimischen Guide, wir befanden uns zwar nie in geringster Gefahr – aber ein mulmiges Gefühl hatte ich doch öfters.
Die schwüle Hitze und die Luftfeuchtigkeit hauen einen erst mal un – un der indische Ozean ist keine Erfrischung. Man sollte unbedingt an feste Strandschuhe und ein zweites paar Badebekleidung denken. Die Ausflüge auf Sansibar würden wir jederzeit weiter empfehlen,

 

So, dass waren sie nun . unsere Tage in Afrika, unsere Erlebnisse, unsere Gedanken und  Gefühle, unsere Träume.

.. wir hoffen, wir haben nun viele mit dem „Afrika – Virus“ angesteckt.

Wir widmen uns nun

  • dem auskurieren der „Heimkehr Grippe“ (kein Wunder bei knapp 40 Grad Temperaturunterschied)
  • dem sortieren der über 10000 Fotos und Videos – um unsere Freunde und Familie mit laaaangen „Afrika Abenden“ zu beglücken
  • dem bewerten der Lodges etc. im Internet
  • … und dem Träumen von der nächsten Reise!!!!

Bis dahin,

herzlichst

Sonja

 

2 Kommentare zu “Sonjas Ré­su­mé – ihr Fazit zu dieser Reise

  1. Karl Ostler

    Liebe Sonja,

    Respekt und Anerkennung für das gesamte Werk unsere Afrika Reise. Als ein Mitglied Deiner 6er Gruppe kann ich Dir nur gratulieren zu dieser Beschreibung der Reise.
    Für Hanne und mich war es auch die Reise meines Lebens. Deine vielen Detailzeichnungen in Bild und Schrift kann ich nur bestätigen.
    Liebe Grüße.

  2. Stefanie Pfaff

    Hast du sehr schön geschrieben 🙂 bin ständig auf eurer Seite (lach*) und meine Vorfreude wächst.
    Bin schon sooo gespannt….. am 14.10.2016 gehts los…

    Lieben Gruß
    Steffi

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