Abenteuer beginnt, wo Pläne enden

Ad­mi­nis­t­ra­tiv – Gesundheit

 

Auf Grund der momentanen Weltlage und der Terrorangst, ist uns schon etwas flau im Magen bei dem Gedanken nach Afrika zu reisen…… groß Nachdenken dürfen wir darüber nicht, aber trotz allem siegt (noch) der Gedanke „passieren kann mir überall was“….

Sicherheitslage

Wir haben uns bei der Planung unserer Reise natürlich auch mit den Sicherheitshinweisen, Reisempfehlungen und Ratschlägen von Behörden und Organisationen beschäftigt.

Eine viel besuchte Webseite ist die des Auswärtigen Amtes. Dort sind tagesaktuelle Informationen zur Sicherheitslage im Land, sowie zu Impfungen zu finden.

Impfungen

2016 01 13 10.42.20 225x300 Ad­mi­nis­t­ra­tiv   GesundheitDas Thema Impfung ist natürlich bei so einer Reise nicht zu vernachlässigen. Schnell war klar, dass wir für den Besuch von Sansibar eine Gelbfieber Impfung brauchten. Aber welche Impfungen sind sonst noch notwendig. Eine Frage, die uns lange Zeit beschäftigt hat und wir sehr kontrovers diskutiert haben.

Jeden Tag herrscht momentan das Bewusstsein „so lange ist es gar nicht mehr“ Heute in einem viertel Jahr liegt schon alles hinter uns – und wir sind den ersten Tag wieder zu Hause. Es wird dringend Zeit uns um die nötigen Impfungen zu kümmern, aber eine starke Grippe bzw. Bronchitis, die uns beiden zusetzt, macht diese Pläne zu Nichte und wir müssen die Termine immer wieder aufschieben. Kurz vor Weihnachten sind wir soweit wieder fit, das wir nun auch dieses Thema angehen können, aber die Zeit wird knapp und die Impftermine werden sehr eng liegen, enger als es unserem Körper lieb ist.

Unsere erste Anlaufstelle war das Reise – Telefon der Techniker Krankenkasse  wo wir sehr umfangreich beraten wurden. Auf deren Anraten sollten wir uns gegen

  • Gelbfieber (das ist ja, wie erwähnt Pflicht für Sansibar) {1x Impfung}
  • Typhus {2x Impfung}
  • Cholera {2x Impfung}
  • Tollwut {3x Impfung}
  • Hepatitis A und B {2x Impfung}
  • Malariaprophylaxe {Tabletten über einen längeren Zeitraum. Wir werden diese, auf Grund von Tips, welche wir im Internet gefunden haben, der besseren Verträglichkeit wegen, zum Abendbrot einnehmen}

impfen lassen.

Da Gelbfieber Impfungen nur von zertifizierten Ärzten durchgeführt werden darf und wir von unserem Reiseveranstalter Gutscheine über eine Reisemedizinische Beratung erhalten hatten, fanden wir uns am 21.12 zur Gelbfieberimpfung und Beratung bei einem Tropenarzt in Frankfurt ein. Seine Impfempfehlungen entsprachen denen der Krankenkasse.

Die Impfung selbst habe ich gut vertragen, meine Frau hingegen hatte schon nach wenigen Minuten Schweißausbrüche, Schwindelgefühl etc.

Wenige Tage später hatten wir ein Gespräch mit unserer Hausärztin. Bei dem Gespräch wurde schnell klar, dass wir uns wohl nicht gegen Cholera und Typhus impfen lassen werden, da wir unserem Körper nicht zu viel zumuten wollen. Bei Cholera und Typhus werden wir einfach Hahnenwasser meiden und nur Wasser aus verschlossenen Flaschen nehmen, auch zum Zähneputzen. Ansonsten werden wir nach der Devise leben „Koch es, brat es, schäl es oder vergiß es!“

Diese Entscheidung war sicherlich nicht die schlechteste, wie sich in den nächsten Wochen rausstellen sollte.  Und so sieht unser persönlicher Impfmarathon aus:

Woche 0: Gelbfieber, ein paar Tage später Hepatitis A und B
Weihnachten
Woche 2: Tollwut
Woche 3: Tollwut
Woche 4:Hepatitis A und B
Woche 5: Tollwut
Woche7: starten wir mit der Malariaprophylaxe

Die Impfungen waren Höchstleistungen für unseren Körper und wir haben sehr unterschiedlich auf die Impfungen reagiert, Mich hat die Hepatitis Impfung regelrecht umgehauen. Hatte 4 Tage lang danach eine schweren Grippe, mit Gliederschmerzen, Kreislaufproblemen, Müdigkeit und relativ hohem Fieber. Die Folgeimpfungen haben wir dann in der Regel ein wenig besser vertragen, aber trotzdem mit den Nebenwirkungen gekämpft.

Auch wir hatten im Vorfeld gelesen, dass die Impfkosten nicht zu vernachlässigen sind. Diese werden nicht von der Krankenkasse übernommen, auch wenn die TKK im nachhinein auf Antrag einen Teil der Kosten erstatten wird.

So fallen pro Impfung und Termin Kosten pro Person von über 100€ für den Impfstoff und die Impfung an. Da kommt schon schnell ein schönes Sümmchen zusammen.

Malaria: Vorbeugen und im Ernstfall einnehmen?

Doch mit den Impfungen alleine ist die Vorbereitung noch nicht erledigt. Was ist mit dem Thema Malaria? Sansibar ist glücklicherweise weitestgehend Malaria frei, doch in Tansania wird die Prophylaxe empfohlen. Was sollen wir machen? Wirklich Mittel zur Vorbeugung einnehmen oder es mitführen und bei Bedarf nehmen? Nach einigen Diskussionen und Recherchen entschließen wir uns doch vorbeugend Malarone zu nehmen. Auf Grund der Tatsache, dass man ein paar Tage vor der Einreise anfangen muss und danach noch sieben Tage die Tabletten weiter nehmen soll, werden wir insgesammt 4 Packungen a 12 Tabletten benötigen, was wohl auch noch mal mit knapp 300€ zu Buche schlagen wird. Begeistert sind wir von der Lösung zwar nicht, aber was solls…..

Schlafkrankheit und die Tse-Tse-Fliege

Malaria nicht das letzte Übel in der Gesundheitsvorsorge für die Reise. Gerade in den Nationalparks sollt es sehr viele Tse-Tse-Fliegen geben, welche die Schlafkrankheit übertragen. Wirklich dagegen helfen soll nur eins. Die Kleider mit dem Kontaktgift Permethrin zu tränken. Dieses Gift enthält der in Deutschland zu bekommende Nobite Verdünner, mit dem man seine Kleider besprüht. Dabei ist daran zu denken, das man rechtzeitig anfängt zu packen, so daß die besprühte Kleidung noch in Ruhe trocknen kann. Da wir planen unterwegs waschen zu lassen, wandert außerdem eine Sprühflasche mit ins Gepäck.

Versicherungen

Eine Reiseabbruch und Reise-Krankenversicherung sind bei so einer Reise sicherlich unerlässlich. Diese haben wir direkt bei der Reisebuchung mit abgeschlossen.

Doch was nützt eine Krankenversicherung wenn kein Arzt in der Nähe ist? In Afrika gibt es die, sicherlich einigen bekannten, „Flying Doctors„. Also Ärzte, die auch in den tiefsten Busch fliegen und einem im Notfall auch in das nächste geeignete Krankenhaus ausfliegen. Obwohl sie aus Kenia aus operieren, sichern sie auch Tansania und die Serengeti mit ab. Für Touristen bieten sie eine spezielle  Touristenmitgliedschaft für 15 €/Person an.

Visum

Der nächste großer Schritt, heute am 26.11 haben wir unsere Visa Anträge losgeschickt.

Für Tansania benötigt man neben einem Reisepass auch ein gültiges Touristenvisum. Dieses kann direkt bei der Einreise am Flughafen für 50$ beantragt werden. Da es dort oft zu langen Wartezeiten kommt, haben wir uns entschlossen, die nötigen Visa im Vorfeld zu beantragen. Dieses ist relativ unbürokratisch möglich. Wir haben den Visa Dienst Bonn mit der Beschaffung unserer Visa beauftrag.

Dabei ist einiges zu beachten:

  • Das Visum kann frühestens 60 Tage vor Abreise beantragt werden.
  • Das Visum ist ab Ausstellung 3 Monate zur ein- bis zweimaligen Einreise gültig.
  • Die Aufenthaltsdauer ist auf 90 Tage pro Einreise beschränkt.
  • Spätestens am letzten Gültigkeitstag des Visums muss die Ausreise erfolgen.
  • Die Botschaft behält sich das Recht vor, jederzeit weitere Unterlagen nachzufordern.

Benötigte Unterlagen:

  • 1 x Auftragsformular – vollständig ausgefüllt und unterschrieben vom Auftraggeber
  • 1 x Original Reisepass – mindestens noch 6 Monate gültig
    (da hatte ich etwas Bauchschmerzen die Pässe aus der Hand zu geben und per Post zu verschicken)
  • 1 x Original Visum-Antragsformular – komplett aausgefüllt und unterschrieben
  • 1 x Original biometrisches Passfoto
  • 1 x Reisebuchungsbestätigung  – über Hin- und Rückflug

Der Rest, einschließlich des Rückversandes per UPS Kurrier wird von denen erledigt. Die Visakosten und die Bearbeitungsgebühr wird später dann direkt vom Konto abgebucht. 4 Wochen später sollten wir dann unsere Pässe und die Visa wieder in den Händen halten.

 

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